Mehr als 1200 Besucher begeistert vom Zusammenspiel aus Orchester, Rockband und Projektchor – Eigens fürs Konzert arrangierte Titel – Starke Solisten verdienten sich Beifallsstürme - Temperamentsprühender und mitreißender Sound – Publikum fordert mehrere Zugaben ein

Es war mal wieder einer jener unvergesslichen Konzertabende, der sich da am Freitagabend auf dem Festplatzgelände in Oberndorf abspielte. Denn anlässlich ihres Jubiläumsfestes zum 50-Jährigen Bestehen boten die rund 70 Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Oberndorf (MVO) eine glanzvolle Wiederauflage von „Blasmusik Will Rock You". Bereits vor sechs Jahren begeisterte der Verein mit seinem fantastischen Crossover-Konzept die Gäste auf dem Festplatzgelände. Damals noch gab es echtes Open-Air-Feeling. Dieses Jahr wurde das Konzert ins Zelt verlagert, denn das stand ja ohnehin während der Kier- und Festtage. Zur Verstärkung hatten sich die Musiker einen rund 40-köpfig starken Projektchor auf die Bühne geholt, der aus Sängern und Sängerinnen aus dem gesamten Jossgrund einschließlich Mernes bestand. Die heimische Rockgruppe Rollertoaster (Andreas Weismantel, Stefan und Jonas Bien, Benedikt Remlein) sorgte für die kernige Klänge an Keyboard , E-Gitarre und Schlagzeug. . Rockig, poppig, vor allem soulig und jazzig ließen sie unter dem leidenschaftlichen Dirigat von Jens Weismantel einen Hit nach dem anderen vom Stapel und garnierten ihr Programm mit einer guten Auswahl an neuen wie älteren Titeln. Für viele der Songs gab es nicht mal ein Arrangement für Blasorchester. „Alles kein Problem, wenn man versierte Musiker im Verein hat" , informierte der Dirigent. So wurde ein Großteil der Titel von Stefan Bien halt einfach mal arrangiert.

Als Opener präsentierte Weismantel sogleich zwei temperamentsprühende Megahits von Paul Simon (Late in the Evening, You can call me Al . Vor allem die herausragenden Solisten drückten dem ersten Teil des Abends ihren Stempel auf. Zeitgenössischer Soul von der leider viel zu früh verstorbenen Amy Winehouse („Valerie" und „Rehab") intonierte Petra Weismantel in unnachahmlicher Winehouse-Attitüde. Mit der Rock-Soul-Röhre Adele hatte sich Christina (Chrissi) Haberkorn beschäftigt. „Rolling in the deep" und „Set fire to the Rain" präsentierte die junge Interpretin mit ihrer eindrucksvollen Stimme. Die unvergessliche Soul- und Bluesstimme des Abends gehörte eindeutig Frank Zich. Mit Titeln von Lionel Richie (All night long) und Stevie Wonder (I wish) legte er los, um in dem anschließenden Cocker-Song (You can leave your hat on ) erst richtig einen raus zu hauen. Dem Original in seiner Haltung täuschend nahe kommend, sorgte Zich mit seiner eindringlich-markanten Stimme für Gänsehautfeeling. Gemeinsam mit Diana Desch brachte er den ständig anwachsenden Geräuschpegel im Festzelt mit der herzzerreißenden Ballade „Up Where we belong" zum Erliegen. „Happy" über das bislang Gehörte und mit dem gleichnamigen Song und Ohrwurm von Pharell Williams ging es für die mehr als 1200 Gäste in eine dreißigminütige Pause.

Rasch ließ sich das Publikum danach erneut von der Euphorie der Musiker und den Hits von Toto, Phil Collins, den Blues Brothers, Paul McCartney, einem Deep Purple-Medley und den Evergreens der legendären amerikanischen Jazzrock-Band Chicago anstecken. Starke Akzente setzte der in der hinteren Bühne agierende Chor beim Singlehit von Pink Floyd „Another brick in the Wall", jener trotzigen Hymne, welche die Mentalität ganzer Schülergenerationen geprägt hat und zum Teil heute noch prägt. Auch bei der sich anschließenden pompösen Opern-Parodie (Bohemian Rhapsody) von Queen zeigte sich der Chor ausdrucksstark und bewegungsfreudig .Rockige Titel von den Doobie Brothers und Kansas läuteten den musikalischen Endspurt ein. Mit Cohens „Halleluja" fand das über zweistündige Blasmusik-Rockspektakel seinen emotionalen Abschluss. Die ganz große Rock-Ballade „We are the Champions" sowie weitere Titel aus dem Programm setzten die Musiker als vehement eingeforderte Zugabe oben drauf.

(Text von Monika Fingerhut)

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