Musikverein Oberndorf kehrt nach langer Coronapause auf Konzertbühne zurück

Konzert

Die Freude, endlich wieder gemeinsam und vor Publikum musizieren zu dürfen, war bis in die letzte Reihe der Bad Orber Konzerthalle zu spüren. Unter dem Motto „Zurück zum Wir“ gab der Musikverein Oberndorf am 6. November unter der Leitung von Jens Weismantel das erste Konzert nach langer Coronapause. Die Spielfreude des Orchesters übertrug sich auch auf die vorwiegend aus dem Jossgrund angereisten Konzertbesucher:innen.

Nach der Begrüßung durch Stefan Bien wurden sie „digital“ durch das Programm geführt. Auf einer großen Leinwand waren nicht nur Titel, Komponisten und Arrangeure zu lesen, sondern auch Gedanken über die schwierige Zeit, in der gemeinsame Proben und Auftritte nicht möglich waren: „Ein Musikverein ist mehr als die Summe von Instrumenten“ oder „Es sind die persönlichen Kontakte und Freundschaften über Generationen hinweg, die das gemeinsame Musizieren ausmachen“. Fotos von Musikerinnen und Musikern, die ihre Erlebnisse der vergangenen Monate dokumentierten, ergänzten die von Stefan Bien aufwendig gestaltete Multimedia-Präsentation.

Mit „Call of the Musicians“, der offiziellen Hymne zum „Woodstock der Blasmusik“ von Thomas Doss, eröffnete das Orchester den stimmungsvollen Abend. In „Joy of Music“ vertonte Jan Hadermann die Freude an der Musik, während „Stille Hoffnung“ von Rolf Rudin zum Innehalten und Nachdenken anregte. Mit dem von Johann Sebastian Bach und Jacob de Haan arrangierten Werk „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ gedachte das Orchester der Verstorbenen. Die Liebe zur Natur, die viele seit Beginn der Pandemie für sich neu entdeckten, kam in Rolf Rudins Komposition „Ferne Weite“ zum Ausdruck.

Filmmusik aus „Herr der Ringe“ (Howard Shore, arr. Harald Kullmann) entführte die Zuhörer:innen in das Reich der Elben und „TV-Kultabend“ von Manfred Schneider in die goldene Ära der Familienunterhaltung der 1970er bis 1990er Jahre. Dazu waren Bilder von der „Lindenstraße“ über die „Schwarzwaldklinik“ bis zum „Aktuellen Sportstudio“ zu sehen. „Wings to Fly“ (Doss) stand Pate für diverse Schulabschlüsse in den Reihen des Orchesters, und mit „Baby Elephant Walk“ (Mancini) und „Oma und Opapa“ (Hutter) gratulierten die Musiker:innen allen frischgebackenen Eltern und Großeltern. Nach dem letzten Programmpunkt, dem „Kaiserin Sissi“-Marsch (Dellweg), gab es stehende Ovationen, und so wurde das Publikum mit der Polka „Von Freund zu Freund“ (Scharnagl) als Zugabe verabschiedet.

Bei dem Konzertprojekt, das im bundesweiten Programm „Impuls“ gefördert wurde, standen erstmals das Stamm- und Jugendorchester des Vereins zusammen auf der Bühne. Während des ersten „Corona“-Sommers im letzten Jahr fanden für die jeweiligen Instrumentengruppen beider Orchester gemeinsame Registerproben statt. Als im Sommer dieses Jahres wieder Orchesterproben – zunächst im Freien – möglich waren, wurden die beiden Orchester zu einem Orchester zusammengeführt. Der Verein bietet daher wieder verstärkt Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche an (Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).