Sonntag 10. Mai 2020 ab 18:00 Uhr

Da am vergangenen Freitag, den 08.05, vor genau 75 Jahren der 2. Weltkrieg beendet wurde, möchten wir, der Musikverein Oberndorf einladen mit uns zusammen den unzähligen Opfern, die der Krieg forderte und den unvorstellbaren Gräultaten zu gedenken, aber auch und vorallem dem seitdem herrschenden Frieden bei uns. Dieses Programm wird Sie durch den Abend führen. In der vorliegenden Reihenfolge werden verschiedene Ensembles (entweder Familien oder mit viel Abstand) von zusammengezählt über 40 Musikern die Lieder erklingen lassen. Wir haben uns zusammengetan und Informationen zu den Liedern gesammelt, die etwas tiefer blicken lassen.

„Wie schön und gut wären alle Menschen, wenn sie sich jeden Abend die Ereignisse des Tages vor Augen riefen und prüften, was an ihrem eigenen Verhalten gut und was schlecht gewesen ist.“ – Anne Frank

Auf den folgenden Seiten haben wir das Programm mit mit entsprechenden Informationen zu den Stücken zusammengestellt. Klicken Sie sich einfach durch. Das gesamte Programm als PDF zum Download finden Sie unten.


Gespielt wird ab 18.03 Uhr in der Hoabuche:

1. „Von Guten Mächten“ – Dietrich Bonhoeffer

Bonhoeffer war als prominenter Regimegegner seit dem 5. April 1943 in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert. Seine Aufzeichnungen in der Haft zeigen eine neue Dimension seines theologischen Denkens. Im Sommer 1944, um die Zeit des Attentats vom 20. Juli, begann er auch Gedichte zu schreiben. Am 8. Oktober 1944 wurde er im Zusammenhang mit dem 20. Juli ins Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, Prinz-Albrecht-Straße 8, verlegt. Von dort schrieb er am 19. Dezember 1944 an seine junge Verlobte Maria von Wedemeyer und fügte dem Brief „ein paar Verse, die mir in den letzten Abenden einfielen“ als „Weihnachtsgruß für Dich und die Eltern und Geschwister“ an. Dieses Gedicht bezog sich auch auf seine eigene Situation – er musste mit der Hinrichtung rechnen – und die seiner Familie vor dem unausgesprochenen Hintergrund der NS-Herrschaft und des Krieges. Sein Bruder Klaus sowie die Schwager Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher waren inhaftiert, Bruder Walter war gefallen, seine Zwillingsschwester Sabine war mit ihrem jüdischen Mann Gerhard Leibholz ins Ausland gegangen. Seine Verlobungsbeziehung bestand praktisch nur im sporadischen und zensierten Briefkontakt. Am Anfang des Briefes schrieb Bonhoeffer: „Es ist, als ob die Seele in der Einsamkeit Organe ausbildet, die wir im Alltag kaum kennen. So habe ich mich noch keinen Augenblick allein und verlassen gefühlt. Du und die Eltern, Ihr alle, die Freunde und Schüler im Feld, Ihr seid mir immer ganz gegenwärtig. Eure Gebete und guten Gedanken, Bibelworte, längst vergangene Gespräche, Musikstücke, Bücher bekommen Leben und Wirklichkeit wie nie zuvor. Es ist ein großes unsichtbares Reich, in dem man lebt und an dessen Realität man keinen Zweifel hat. Wenn es im alten Kinderlied von den Engeln heißt: ‚zweie, die mich decken, zweie, die mich wecken‘, so ist diese Bewahrung am Abend und am Morgen durch gute unsichtbare Mächte etwas, was wir Erwachsenen heute nicht weniger brauchen als die Kinder.“ (Quelle: Wikipedia-Artikel)

2. „Stille Hoffnung“ – Rolf Rudin

Rolf Rudin schrieb das Werk 2010 als Zugabe eines Konzertes am Karsamstag. Es ist unter dem Eindruck der Osterbotschaft entstanden. Das Werk ist eigentlich für komplettes Blasorchester geschrieben und drückt die „Stille Hoffnung“ auf ein Leben im ewigen Frieden nach dem Tod aus. Der MV Oberndorf spielt es häufig zu kirchlichen Anlässen oder als ruhige Einstimmung bei einem festlichen Anlass.


Gespielt wird ab 18.10 Uhr oberhalb der Frankfurter Straße

3. „Non Nobis Domine“

„non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam“
Dieser Kern-Vers ist keine Lobpreisung, wie häufig angenommen und wie er auch häufig angewendet wird, sondern ein Gebet: Nicht uns schaffe Sicherheit oder Wohlergehen, sondern Deinem Namen schaffe Ehre. Nicht zur Befriedigung unserer Rachelust an unseren Widersachern und nicht zur Förderung unserer Interessen, sondern zur Verherrlichung deiner Gnade und Wahrheit begehren wir deine Hilfe, damit die Menschen erkennen, dass du ein Gott bist, der seinen Bund hält; denn Gnade und Wahrheit sind die beiden Säulen dieses Bundes. Psalmenkommentar von Charles Haddon Spurgeon (engl. Baptistenpastor (1834 -1892)). (Quelle: Evangeliums.net, 2014)

4. „We Shall Overcome"

We Shall Overcome ist ein Protestlied, das eine wichtige Rolle in der US-Bürgerrechtsbewegung spielte. Die Refrain-Zeile, die auch als Titel dient, bedeutet: „Wir werden (es) überwinden!“ Titel und/oder Song werden heute weltweit als musikalischer Protest gegen jede Art von Missständen verwendet. Pete Seeger sang das Stück am 8. Juni 1963 in der Carnegie Hall. Berühmt wurde der Song im August 1963, als Joan Baez ihn vor 300.000 Zuhörern auf dem Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit sang. Seither wurde das Lied mit Joan Baez assoziiert, die es aufnahm und auf einer Anzahl Bürgerrechtsdemonstrationen sowie 1969 auf dem Woodstock-Festival aufführte. Später fand der Song den Weg nach Südafrika, wo es in den Jahren der Anti-Apartheidsbewegung gesungen wurde. (Quelle: Wikipedia-Artikel)


Gespielt wird ab 18.15 Uhr im Buschel

5. „Imagine“ – John Lennon

Ist ein Song von John Lennon und Yoko Ono aus dem Jahr 1971, der die Vision einer Gesellschaft frei von Religion, Nationalismus und Besitz in Frieden beschreibt. Im dazugehörigen Musikvideo sitzt John Lennon in seiner Villa am weißen Flügel spielend, während seine Frau Yoko Ono die Innenfensterläden öffnet um den Raum mit Sonnenlicht zu fluten. So wurde Imagine zur Hymne der Friedensbewegung. Auf einer Liste der besten 500 Songs aller Zeiten, veröffentlicht vom Musikmagazin Rolling Stones, erschien es im Jahr 2004 auf Platz 3.

Der übersetzte Lied-Text lautet:
Stell dir vor, es gibt keinen Himmel
Es ist einfach, wenn du es versuchst
Keine Hölle unter uns
Über uns nur Himmel
Stell dir all die Menschen vor,
die für das Heute leben
Stell dir vor, es gibt keine Länder
Es ist einfach, wenn du es versuchst
Nichts, wofür man tötet oder stirbt
Auch keine Religion Stell dir all die
Menschen vor, die in Frieden leben
Du meinst ich bin ein Träumer
Aber ich bin nicht der Einzige
Ich hoffe, du wirst uns eines Tages zustimmen
Und die Welt wird eins sein
Stell dir keine Besitztümer vor
Keine Notwendigkeit für Gier oder Hunger
Stellt euch die ganze Menschheit
vor, die die Welt teilt
Und die Welt wird eins sein

6. „We Are The World“ – USA for Africa (geschrieben von Michael Jackson und Lionel Richie)

Der 1984 veröffentlichte Song wurde zu einer der erfolgreichsten Singles aller Zeiten. Für das Projekt haben sich berühmte Künstler, wie Stevie Wonder, Tina Turner, Diana Ross und viele andere zusammengetan, um ohne Gage mitzuwirken. Zusammen mit ihrem Projekt „Hands Across America“ Haben sie über 100 Millionen Euro gesammelt und gespendet. „Wir sind eine Welt. Wir sind ihre Kinder. Wir sind diejenigen, die einen helleren Tag erschaffen werden, also lasst uns anfangen, zu geben. Es ist eine Entscheidung, die wir treffen. Wir retten unsere eigenen Leben. Es ist wahr, wir werden den Tag zu einem besseren machen, nur du und ich.“, so lautet der vom Englischen übersetzte Text. Er schafft ein Zugehörigkeitsgefühl und gibt Hoffnung, dass auch nur ein Einzelner, die Welt verbessern könne.


Gespielt wird ab 18.25 Uhr in der Deutelbacher Straße

7. „Die Gedanken sind frei“

Um 1780 wurde der Text zum ersten Mal auf Flugblättern veröffentlicht. Im Zeitraum zwischen 1810 und 1820 entstand die Melodie dazu, und das Lied wurde in der Sammlung Lieder der Brienzer Mädchen in Bern gedruckt. Im Jahr 1842 wurde das Lied in Schlesische Volkslieder von Hoffmann von Fallersleben und Ernst Richter veröffentlicht,[1] diese letzte Version stammt von Hoffmann von Fallersleben. Die grundlegende Philosophie ist bereits aus der Antike bekannt.[2] Das Kernmotiv des späteren Liedtextes findet sich schon im 13. Jahrhundert unter anderem bei Freidank. Immer wieder war das Lied in Zeiten politischer Unterdrückung oder Gefährdung Ausdruck für die Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Der Vater Sophie Scholls wurde Anfang August 1942 wegen hitlerkritischer Äußerungen inhaftiert. Sophie Scholl stellte sich abends an die Gefängnismauer und spielte ihrem dort einsitzenden Vater auf der Blockflöte die Melodie vor. Am 9. September 1948, auf dem Höhepunkt der Berlin-Blockade, hielt Ernst Reuter vor über 300.000 Berlinern vor der Ruine des Reichstagsgebäudes seine Rede, in der er an „die Völker der Welt“ appellierte, die Stadt nicht preiszugeben. Nach dieser Rede erklang spontan aus der Menge u. a. das Lied Die Gedanken sind frei. Auch in der tagespolitischen Auseinandersetzung gegen staatliche Überwachung und Restriktion wird das Lied häufig gesungen. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gedanken_sind_frei)

8. „Mögen die Straßen uns zusammen führen“

... ist der Titel eines mehrstimmigen Chorliedes, welches auf der Textvorlage eines traditionellen irisch/keltischen Segensspruchs basiert. Der Urheber (Markus Pytlik) verwendete das Harmonieschema von Pachelbels „Kanon in D-Dur“, was wohl die Eingängigkeit und Beliebtheit des Liedes mitbeförderte. Das Werk entwickelt sich in den letzte Jahren zu einem gern aufgeführten Werk bei emotionalen Anlässen. Auch in der Coronakrise gilt es als Hoffnung bald wieder in der Gemeinschaft Zeit miteinander zu verbringen.


Gespielt wird ab 18.30 Uhr am Mathes Ellerberg

9. „Die Moorsoldaten“

Die Moorsoldaten, auch als Moorsoldatenlied, Börgermoorlied oder kurz Moorlied bezeichnet, ist ein Lied, das 1933 von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor bei Papenburg im Emsland geschaffen worden ist. In diesem Lager wurden vorwiegend politische Gegner des NS-Regimes gefangen gehalten. Mit einfachen Werkzeugen wie dem Spaten mussten sie dort das Moor kultivieren.
Entstehung: Texter des Liedes waren der Bergmann Johann Esser und der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Langhoff, die Musik stammt von dem kaufmännischen Angestellten Rudi Goguel. Das Lied wurde am 27. August 1933 bei einer Veranstaltung namens Zirkus Konzentrazani von 16 Häftlingen, überwiegend ehemaligen Mitgliedern des Solinger Arbeitergesangvereins, aufgeführt. Rudi Goguel erinnerte sich später:
„Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsverein, marschierten in ihren grünen Polizeiuniformen (unsere damalige Häftlingskleidung) mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsanzug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei der zweiten Strophe begannen die fast 1000 Gefangenen den Refrain mitzusummen. [...]
Von Strophe zu Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, einträchtig mit uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als ‚Moorsoldaten‘ angesprochen fühlten. [...]
Bei den Worten ‚… Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor‘ stießen die sechzehn Sänger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Arena, die Spaten zurücklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze wirkten.“
Zwei Tage nach der ersten Aufführung wurde das Lied von der Lagerleitung verboten. Trotzdem war es das Wachpersonal des Lagers, das wiederholt verlangte, dass das Lied von den Häftlingen auf ihren Märschen zum Arbeitsplatz gesungen wurde.

10. „Verleih uns Frieden gnädiglich“ – Johann Sebastian Bach

Das Lied aus einer Bach-Cantate ist typisch für die Weltanschauung des Absolutismus, in denen die Fürsten als von Gott eingesetzte Obrigkeit für den Frieden der Menschen zuständig waren.
Wortlaut:
Verleih uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott, zu unsern Zeiten.
Es ist doch ja kein andrer nicht,
der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine.
Gib unsern Fürsten und all‘r Obrigkeit
Fried und gut Regiment,
daß wir unter ihnen
ein geruhig' und stilles Leben führen mögen
in aller Gottseigkeit und Ehrbarkeit.
Amen.


Gespielt wird ab 18.35 Uhr in der Waldstraße

11. „Deutsche Hymne“ – Joseph Haydn/Fallersleben

Die Melodie komponierte Joseph Hayden dem österreichischen Kaiser Franz zu dessen 29. Geburtstag im Jahr 1797. Die Melodie wurde in den folgenden Jahrzehnten in Mitteleuropa so berühmt, dass auch andere Texte darauf geschrieben wurden. Der Dichter Heinrich Hoffmann von Fallersleben verweilte im Jahr 1841 auf der damals britischen Insel Helgoland im politischen Exil. Deutschland bestand aus 39 kleinen Staaten und Fallersleben war Nationalist, was damals bedeutete, dass er sich ein vereintes, demokratisches Deutschland als Folge einer friedlichen Vereinigung der vielen Staaten wünschte. Der Text steht also in seiner Entstehung für die Demokratie in Deutschland in ihrer frühesten Entwicklung. Die folgende Geschichte des Liedes spiegelt oft auf tragische Weise die Geschichte Deutschlands wider. Nach dem Sieg gegen Frankreich um das Jahr 1870 und der
Entstehung des Deutschen Reichs wurden die Strophen immer mehr Ausdruck der Überheblichkeit des deutschen Volkes. Dies gipfelte in den schrecklichen Geschehnissen der beiden großen Kriege. Die Väter der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland besannen sich auf die Werte der Demokratie in der 3. Strophe des Liedes und so wurde diese Hymne Westdeutschlands und 1990 schließlich auch Hymne des wiedervereinten Deutschlands. Die 1. Und die 2. Strophen sind durch ihren Missbrauch noch heute nicht singbar.

12. „We Shall Overcome“

siehe Nr. 4


Gespielt wird ab 18.40 Uhr über dem Friedhof

13. „Bundeslied“ - Wolfgang Amadeus Mozart

Was wird mit dem Lied ausgedrückt?
Freundschaft, Wahrheit und Treue zu Gott und den Menschen.
Dritte Strophe:
"Ihr, auf diesem Stern die Besten,
Menschen all im Ost und Westen,
wie im Süden und im Nord:
Wahrheit suchen, Tugend üben,
Gott und Menschen herzlich lieben,
|: das sei unser Losungswort! :|"

Wann wurde es geschrieben, und warum?
1791, Neunzehn Tage vor Mozarts Tod. 1824 entstand zu dieser Melodie der heute bekanntere Text "Brüder, reicht die Hand zum Bunde" von Johann Gottfried Hientzsch.

Weitere Infos über das Werk
Seit 1946 ist es die Bundeshymne der Republik Österreich, besteht aus der Melodie des sogenannten „Bundesliedes“ und aus dem Gedicht "Land der Berge". Nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschloss der Ministerrat „zur Schaffung einer neuen österreichischen Volkshymne an die breiteste Öffentlichkeit heranzutreten“ und setzte mit einem Preisausschreiben ein Preisgeld von damals beachtlichen 10 000 Schilling aus.


Gespielt wird ab 18.45 Uhr im Bergpfad

14. „Heal The World“ – Michael Jackson

Das Lied ist ein Appell, die Welt zu heilen und sie zu einem besseren Ort zu machen. 2001 sagte Jackson, das Lied sei dasjenige, auf das er am stolzesten sei, es geschrieben zu haben. Die Popballade wurde am 11. November 1992 aus dem Album „Dangerous“ ausgekoppelt Musikvideo zeigt notleidende Kinder aus verschiedenen Ländern.

15. „Ode An Die Freude“ – Beethoven

Ode An die Freude ist eines der berühmtesten Gedichte Friedrich Schillers und wurde unter anderem von Ludwig van Beethoven im 4. Satz seiner 9. Sinfonie vertont. Mit hohem Pathos beschreibt diese Ode das klassische Ideal einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen, die durch das Band der Freude und der Freundschaft verbunden sind. Das Gedicht entstand im Sommer 1785 und Als poetische Freundschaftserklärung an Freimaurer Christian Gottfried Körner geschrieben. Ludwig van Beethoven entschloss sich ausgerechnet in einer Zeit der politischen Restauration (im Jahr 1824), seine Neunte Symphonie mit einem Chorgesang mit Schillers Text enden zu lassen. Dies wird von Aribert Reimann folgendermaßen bewertet:
Nach all dem politischen Wirrwarr und den Schrecknissen der Zeit, die auch Beethoven selbst erlebt hat, ist dieses Werk am Ende ein Appell, eine Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach der Utopie eines Weltfriedens, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung.
1972 wurde das Hauptthema des letzten Satzes von Beethovens 9. Symphonie vom Europarat zu seiner Hymne erklärt und 1985 von der Europäischen Gemeinschaft als offizielle Europahymne angenommen. In der Begründung heißt es, „sie versinnbildliche die Werte, die alle teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt“.


Gespielt wird ab 18.52 Uhr in der Schulstraße

16. „Hevenu Shalom Alechem“

Hevenu Shalom Alechem ist ein altes israelisches Volkslied. Ursprünglich wurde es von Juden weltweit gesungen, um ihre Sehnsucht nach Frieden auszudrücken. Mittlerweile ist es zu einem Friedenslied für alle Menschen auf der Welt geworden. In dem Liedtext ist die Rede von Frieden für alle, was zum Schluss verstärkt wird durch “Frieden für die ganze Welt”.
 
Hebräisch:
Hevenu shalom alechem,
Hevenu shalom alechem,
Hevenu shalom alechem,
Hevenu shalom alechem,
Shalom alechem
 
Deutsch:
Wir wollen Frieden für alle,
wir wollen Frieden für alle,
wir wollen Frieden für alle,
wir wollen Frieden, Frieden,
Frieden für die Welt.

17. „Wind Of Change“ – Scorpions

Der Song soll das Ende des Kalten Krieges und des politischen Wandels Ende der 1980er symbolisieren, vor allem auch Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung). Er symbolisiert eine neue Welt mit der Verbundenheit vieler Völker. Am 6. November 1990 wurde er auf dem Album Crazy World veröffentlicht.
Der Song gilt als Wende-Hymne, wenn er auch erst ein Jahr später erschienen ist. Aber die Idee ist dem Sänger Klaus Meine im Sommer 1989 gekommen, als er: „Die Idee dazu ist mir in der UdSSR gekommen, als ich in einer Sommernacht im Gorky Park Center saß und auf die Moskwa geblickt habe. Viele junge Leute, gerade die junge Generation, haben uns gesagt, die Zeiten des Kalten Krieges werden bald vorbei sein. Das war eine unglaubliche Stimmung!" (Zitat Klause Meine).


Gespielt von allen Ensembles

18. „Dona Nobis Pacem“ – Volkslied

Das "Dona Nobis Pacem" ist ein dreistimmiger Kanon, die Musik unbekannter Herkunft. Er wird zu vielen Anlässen innerhalb und außerhalb der Kirche gesungen, so auch zu Weihnachten. Das "Dona Nobis Pacem" wurde zur Zeit der Kreuzzüge in das Ordinarium Missae (die feststehenden Gesänge der Messfeier) aufgenommen. "Agnus Dei" (Lamm Gottes): Dieser Bittruf wird in der Eucharistiefeier während der Brotbrechung gesungen und beim dritten Mal durch die Worte "Dona nobis pacem" (Gib uns Frieden) ergänzt. Das "Agnus Dei" ist ursprünglich lateinisch und lautet auf Deutsch:
Lamm Gottes, du nimmst hinfort die Sünden dieser Welt, Erbarme Dich unser,
Lamm Gottes, du nimmst hinfort die Sünden dieser Welt, Gib uns Deinen Frieden.